Feministische Krimis und Thriller mit Simone Buchholz

Never underestimate a man’s ability to underestimate a woman.

V.I. Warshawski

Die klassische, männlich dominierte Version des Spannungsromans geht so: In der Welt taucht ein Riss auf, meistens anhand einer misshandelten oder getöteten Frau, dann kommt der tapfere Ermittler ins Spiel. Der ist natürlich richtig kaputt, aber einfach weil er ein Mann ist, repariert er die Welt wieder. Im besten Fall arbeitet er sich dabei seelisch am Leid des ansonsten unwichtigen Opfers ab.

Kommt dir das bekannt, aber irgendwie langweilig, fast sogar unangenehm vor?

Dann lass uns an einer aufregenderen, besseren Erzählung arbeiten! Wir brechen mit geschlechtsspezifischen Zuweisungen und Plattitüden. Wir erfinden vielschichtige, ambivalente Frauenfiguren. Wir nehmen das Genre auseinander – Krimi, Thriller, Cop Story, Roman Noir –, und du suchst dir aus, was dir gefällt. Die Heldenreise interessiert uns nicht, wir wollen die Heldinnenreise. Wir machen Kriminalromane kaputt, die uns kaputt machen.

Am Ende ist zwar vielleicht nichts repariert (gute Spannungsromane sind Neo Realismo), aber du hast eine Figur und eine Storyline in der Hand, aus der du etwas machen kannst.

Das Seminar richtet sich an alle mit ein bisschen Erfahrung im Genre, entweder als Leser*innen oder als Autor*innen.

Simone Buchholz wurde 1972 in Hanau geboren und ist 1996 nach Hamburg gezogen, wegen des Wetters. Für ihre Chastity-Riley-Reihe wurde sie vielfach ausgezeichnet, unter anderem zweimal mit dem Deutschen Krimipreis, ihre Romane „Blaue Nacht“, „Beton Rouge“, „Mexikoring“ und „Hotel Cartagena“ erscheinen im Suhrkamp Verlag. Die Autorin wohnt mit Mann und Kind auf St. Pauli. 2022 wurde sie mit ihrem Kriminalroman „River Clyde“ für den GLAUSER-Preis 2022 nominiert. Es ist der zehnte und letzte Teil der Chastity-Riley-Reihe.

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